GESCHICHTE DES ARCHIVS

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DAS KONZIL

1981 trafen sich auf Einladung der Künstlerhäuser Stuttgart und Hamburg, vertreten durch H. v. Wedel, C. Rieß, U. Bernhardt, B. Nieslony ca. 70 KünstlerInnen aus der BRD und dem europäischen Ausland. Dieses Treffen hatte den Projekttitel DAS KONZIL. Kennzeichnend für dieses Projekt waren grundlegende Entwicklungen in den Bereichen der Interaktion, Intervention, Kommunikation und intermedialen Künste.

DARSTELLUNG UND REDE

Zur DARSTELLUNG und zur REDE kamen künstlerisch- und gesellschaftsbildende Positionen, wissenschaftliche Betrachtungen sowie ihre Auswirkungen auf Performance, Installation, Malerei, Video und diverser Medien. Gedanken zum Netzwerk und zur Verknüpfung der Medien wurden präzisiert. Alle Beteiligten, die sich für diesen Monat in Stuttgart trafen, waren sich einig, keinen Katalog oder eine artverwandte Publikation zur Dokumentation dieses Treffens zu wählen. Es entsprach nicht den prozessualen und nomadischen Konzepten, die dem Treffen eigen und in Zukunft weiterhin zu realisieren waren.

So entstand die Idee zu einem transportablen Behälter, einer Lade, die von Ereignis zu Ereignis, von Treffen zu Treffen transportiert werden sollte. Sie sollte die Informationen, Ideen, Dokumente, Relikte, Werkzeuge und Symbole energetisch präsent halten und transportieren. Nomadisches Denken in schwebende, lebendige Medien überführen. Der Gedanke der Batterie materialisierte sich in der SCHWARZEN LADE.

DIE SCHWARZE LADE

unterlag mehreren Transformationen. Die erste bestand in der Materialfrage. Der schwere Holzschrank wurde gegen Schränke aus Leichtmetall gewechselt und wurde dadurch dem stetigen Anwachsen gerecht. Etwa 1993 war die nächste Transformation nötig, da sich das angesammelte Material nicht mehr nur aus dem Material der verschiedenen Treffen speiste, sondern auch anfing Fragen zu stellen, die über die Dokumentation hinausgingen. Die Strukturen eines Archivs zeigten sich und erforderten andere Ordnung- und Bearbeitungsstrukturen.

Diese wurden zu Auslösern veränderter Sammlungstätigkeit. Projekte wie Die Gabe, Current Affairs, die Permanente Performance Art Konferenz und das Anthropognostische Tafelgeschirr zeigten diese Erweiterungen. Eine Frage lag brennend über diesem Prozess: wie generiert dieses Archiv Wissen, genauer, wie generiert die Schwarze Lade Aktivitäten, künstlerische Praxis und theoretische Einsicht?

 
 
 

boris
Die Schwarze Lade als Skulptur des öffentlichen Interesses, Mousson 1992.